Dehnungsübungen für die 8 Sondermeridiane

übersetzt aus www.shiatsu-yoseido.com

Langes Leben und Lebensphasen

Wenn wir älter werden, verändert sich zuerst der obere Bereich des Körpers und später der untere Bereich, und die inneren Organe büßen Funktionfähigkeit ein. Das Altern zeigt sich in Symptomen wie Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Rückgang der Sehfähigkeit, Haarverlust und Faltenbildung im Gesicht.

In den Aufzeichnungen des "Gelben Kaisers" wird zwischen den Lebenszyklen der Frau und denen des Mannes unterschieden. Frauen haben danach 7-jährige Lebenszyklen, Männer 8-jährige. Mit 7 Jahren setzt bei der Frau eine Änderung der Knochenstruktur ein, verbunden mit starker Aktivität der Nierenenergie. Ihre Milchzähne fallen aus und das bleibende Gebiss erscheint. Ihre Gesichtsknochenstruktur entwickelt sich von Kleinkind- zu Schulkindgesicht. Auch das Haar wird voller. All dies beruht auf erhöhtem Nierenenergiefluss.

Der Mann durchläuft einen vergleichbaren Transformationsprozess im Alter von 8 Jahren. Im Alter von etwa 14 Jahren (2 x 7) beginnt bei der Frau die Menstruation und sie wird geschlechtsreif. Das hängt mie der Aktivität im Konzeptionsgefäß zusammen. Die männliche Pubertät beginnt im Alter von 16 (2 x 8) mit Stimmbruch und Muskelentwicklung durch erhöhte Nebenhodenaktivität. Frauen im Alter von 49 (7 x 7) durchlaufen die Menopause während Männer gewöhnlich eine vergleichbare Phase mit 64 (8 x 8) haben. Wir können die natürlichen Zyklen von Männern und Frauen nicht ändern, aber wir können die Yang-Energie erhalten und so lange wie möglich deren Fluss im oberen Körperbereich verlängern, indem wir regelmäßig die 8 Sondermeridiane trainieren. Erhaltung der Yang-Energie ist geeignet, einen gesunden, ausgeglichenen Energiefluß in unserem Körper aufrechtzuerhalten. So erhielten die Menschen früher ihre Langlebigkeit.


Dehnungsübungen für langes Leben: Die 8 Sondermeridiane

Die Praxis der Dehnungsübungen für die acht Sondermeridiane fördert vollständige Gesundheit und ein lebendiges Gleichgewicht unserer Körperenergien. Sie können zur Behandlung körperlicher Beschwerden eingesetzt werden, indem der Fluss der Vitalenergien des Körpers reaktiviert wird.

Sie dienen auch der Vorbeugung durch lösen von Energieblockaden, Schutz vor energetischen Ungleichgewichten und Stagnation. Die Übungen sind besonders nützlich für Personen mit Schlafstörungen, kalten Händen und Füßen und unter Stress und Abgespanntheit Leidende. Wenn diese Übungen zur Gesunderhaltung und nicht zur Behandlung bestimmter Symptome eingesetzt werden, sollten sie in richtiger Reihenfolge gemacht werden.

Die wichtigste Übung betrifft das Lenkergefäß. Sie ist einfach und man fühlt schnelle Wirkung. Wenn jemand ungeübt und steif ist, sollte er mit nur dieser Übung beginnen. Es ist ratsam, diese Übungen jeden Morgen als auch Abends vor dem Schlafengehen zu praktizieren. Ein konzentrierter Geist ist dabei wichtig. Die morgentliche Praxis ermöglicht uns die aufsteigende Energie der Natur in uns aufzunehmen. Abends ermöglicht sie, uns von den, im Laufe des Tages angesammelten negativen Energien, zu befreien.

Die Übungen sollten nicht nach Mahlzeiten, einer Operation, oder mit Fieber durchgeführt werden. Einige der 8 Sondermeridianübungen können auch junge und bewegliche Menschen schwierig sein. Aber wichtig ist nicht Perfektion, denn jeder Mensch ist verschieden. Entscheidend ist, dass die Muskeln entspannt sind, bevor der Versuch gemacht wird sie zu dehnen, um den Körper nicht zu belasten. Wenn das Gefühl von Unbehaglichkeit auftritt, hören Sie auf, und machen Sie mit einer anderen Übung weiter. Wenn Sie merken, dass ein Meridian blockkiert ist, üben Sie länger an diesem, wobei Sie darauf achten sollten, dass Sie ruhig und gleichmäßig atmen. Wenn Sie nicht genügend Zeit für alle acht Meridiane haben, konzentrieren Sie sich auf die zwei Hauptmeridiane, Lenkergefäß und Konzeptionsgefäß.

Beim Üben ist es wichtig während der Dehnung einzuatmen, und nach der maximalen Dehnung langsam wieder auszuatmen. Ausatmung ist ein bedeutender Teil dieser Übungen, denn wenn wir nicht fähig sind, gleichmäßig und entspannt auszuatmen, wird die Einatmung flach, und statt die Energie ruhig in die Meridiane fließen zu lassen, neigen wir dazu den Energiefluss mit verspannter und stockender Atmung anzuhalten. Sebstverständlich geht jemand, der krank ist und ein Energiemangel hat, anders an die Übungen heran als ein Gesunder. In jedem Fall, sollte man mit Lenker- und Konzeptionsgefäß beginnen und dann mit den anderen Meridianen weiter machen.

Glücklicherweise hat jeder Sondermeridian einen wichtigen Punkt, der den gesamten Fluss des Meridians regelt. Wir können also anfangs diese acht Punkte drücken. Die Regulationspunkte jedes Meridians sind folgende:

Lenkergefäß

Dünndarmpunkt: "Gokkei"
Gokkei Reketsu Konzeptionsgefäß

Lungenpunkt: "Reketsu"
Yang- Ausgleichsgefäß

Blasenpunkt: "Shinmiyaku"
Shinmiyaku Shiyokai Yin- Ausgleichsgefäß

Nierenpunkt: "Shiyokai"
Durchgangsgefäß

Milzpunkt: "Koson"
Koson Rinkiyu Gürtelgefäß

Gallenblasenpunkt: "Rinkiyu"
Yang- Verbindungsgefäß

Dreifach-Erwärmer-Punkt: "Gaikan"
Gaikan Naikan Yin- Verbindungsgefäß

Herz-Kreislauf-Punkt: "Naikan"


Alle diese Punkte befinden sich in der Nähe von Fuß- oder Handgelenk - Körperteile, die in ständiger Bewegung sind und in denen viele Bänder und Sehnen konzentriert sind.

Wir können sagen, dass wir gehen, springen oder rennen können, da wir feste, starke und bewegliche Gelenke haben. Ohne die Geschmeidigkeit dieser Gelenken wären unsere Bewegungen langsam und schwierig. Unser Körper ist zur Bewegung geschaffen. Dabei sollten alle Muskeln zum Einsatz kommen. Wenn wir unsere Muskeln und Gelenke (Knie, Fußgelenk, Ellebogen, Handgelenk) benutzen, bringen wir die Energie unserer inneren Organe zum Zirkulieren. Armbewegungen fördern die Zirkulation von Lunge und Herz, Beinbewegungen aktivieren innere Organe wie Dünn- und Dickdarm.

Die Symptome des Älterwerdens führen zur Unbeweglichkeit, weil die Beinmuskeln keine Kraft mehr haben um uns aufrecht zu halten und zu bewegen. Wenn wir bettlägerig werden, beginnen unsere Organe zu stagnieren und Ihrer Funktionsfähigkeit einzubüßen. Solange wir laufen können, halten wir unsere Organe intakt und erhalten ein Minimum an Vitalität und Lebenskraft.

In China praktizieren viele ältere Menschen Tai Chi Chuan auf öffentlichen Plätzen, was sie gesund hält, da die Energie in Ihrem Körper im Fluss bleibt. Die Regulationspunkte der acht Sondermeridiane können auch bei den Menschen eingesetzt werden, die körperlich behindert sind oder unbeweglich sind. Bevor sie mit Dehnungsübungen anfangen, müssen sie vorbereitet und ihr Körper gelockert werden, durch Druckanwendung an diesen Punkten. Wenn ihnen zur Selbstbehandlung nötige Energie fehlt, sollten sie jemanden Erfahrenen um Hilfe bitten.

Um mit der Zeit entspannter zu werden und die Vorteile der Dehnungsübungen nutzen zu können, ist es wichtig, es sich zur Gewohnheit zu machen, die Regulationspunkte täglich zu drücken. Bei gebrochenen Knochengelenken wird ein Verband angelegt, um das Gelenk während des Heilungsprozesses zu fixieren. Wenn jedoch direkt nach dem Unfall der entsprechende Regulationspunkt gedrückt wird, verbessert und verstärkt sich die Heilkraft in der verletzten Zone.

Es gibt keine feststehende Anordnung der Übungen, man kann überall anfangen. Zur Stärkung des Immunsystems ist es jedoch ratsam die folgende Reihenfolge einzuhalten:



1. Lenkergefäß.

Übung zum LenkergefäßAuf dem Rücken liegend, umfasse die Fußsohlen, wie abgebildet, schaukle sanft auf dem Rücken, die Wirbelsäule auf dem Boden rollend. Es ist wichtig, den Nacken entspannt und gedehnt zu halten, und nicht das Kinn vorzustrecken. Die Kraft kommt bei dieser Übung aus dem Unterbauch. Die Bewegung beginnt beim Steißbein, bis zu den oberen Brustwirbeln, nicht aber die Halswirbel, da sie sehr viel heikler sind. Atme normal während der Übung.



2. Konzeptionsgefäß.

Übung zum KonzeptionsgefäßAuf dem Bauch liegend, umfasse die Füße. Rolle vor- und rückwärts sanft auf dem Bauch und atme dabei normal. Wenn du die Füße nicht mit den Händen erreichst, dann stelle dir vor, sie zu halten. Die Absicht ist dann, die Übung zu visualisieren und ihren Bewegungsmöglichkeiten zu folgen. Während der Menstruation oder bei akuten Rückenproblemen sollte man diese Übung nicht machen.



3. Yang-Ausgleichsgefäß.

Übung zum Yang-AusgleichsgefäßHalte den Großen Zeh mit Daumen und Zeigefingern der gleichseitigen Hand. Hebe ein Bein und spreize es nach außen ab, folge ihm dabei mit den Augen, während das andere Bein fest auf dem Boden bleibt. Atme ein während das Bein nach außen abgespreizt wird, und atme aus beim zurückbewegen des Beins zur Mitte. Dann wiederhole sie mit dem anderen Bein.



4. Yin-Ausgleichsgefäß.

Übung zum Yin-AusgleichsgefäßSitze, wie gezeigt, mit einem Bein nach hinten gebeugt, nah am Körper, entlang des Oberschenkels. Halte den anderen Fuß mit beiden Händen und hebe ihn, das Bein gestreckt haltend. Atme ein beim Anheben des Beins und aus beim Ablegen. Wiederhole fünf bis sechs mal und dann dasselbe mit dem anderen Bein.





5. Durchgangsgefäß.

Übung zum DurchgangsgefäßSitzend, lege einen Fuß auf den Oberschenkel des anderen Beins, und strecke dich nach vorn, den Fuß des ausgestreckten Beins zu halten. Während der Einatmung, mit gestreckten Rücken, ziehe den Körper näher an das gestreckte Bein. Wiederhole diese Übung fünf oder sechs mal mit beiden Beinen.



6. Gürtelgefäß.

Übung zum GürtelgefäßSitze mit breiten Beinen und lege eine Hand auf die Hüfte und die andere so hoch wie möglich seitlich an den Brustkorb. Mit der Einatmung lehne dich zu der Seite, wo die Hand auf der Hüfte liegt. Wiederhole die Übung fünf bis sechs mal auf jeder Seite. Danach lege die Hände auf beide Hüften und kreise mit dem Körper auf der Wirbelsäulenbasis dreißig mal in jede Richtung.



7. Yang-Verbindungsgefäß.

Übung zum Yang-VerbindungsgefäßSpreize im sitzen die Beine soweit wie möglich. Lege die Hände auf den Boden vor dir. Gleite, beim Einatmen, mit den Händen langsam vorwärts und lass, mit geradem Rücken, den Körper folgen. Halte ein, wenn du Schwierigkeiten beim Atmen bekommst.



8. Yin-Verbindungsgefäß.

Übung zum Yin-VerbindungsgefäßIm Sitzen, lege den rechten Fuß auf den oberen linken Oberschenkel und halte ihn mit der, hinter dem Rücken geführten, rechten Hand. Fasse mit Daumen und Fingern der linken Hand, bei geradem Rücken, den linken Fuß. Diese Übung ist recht schwierig, aber das Wichtige daran ist, bei der Durchführung, den Energiefluss so gut wie möglich zu spüren. Wenn du Schwierigkeiten mit der Übung hast, sei nicht entmutigt, sondern atme sanft und gleichmäßig und mache es soweit du kannst. Lasse deine Vorstellung die Bewegung nachvollziehen und der Körper wird folgen. Wiederhole fünf bis sechs mal auf jeder Seite.